Was mit der Asche geschieht.
Einzelkremierung, Sammelkremierung, Garten, Tierfriedhof — und was das unterscheidet.
Diese Frage kommt fast immer zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt: im Behandlungszimmer, wenige Minuten nachdem etwas anderes passiert ist. Wer vorher weiß, worum es geht, muss dort nicht denken.
Die eine Entscheidung, die wirklich eilt
Es gibt genau eine: einzeln oder gemeinsam eingeäschert. Alles andere — Urne, Ort, Zeitpunkt, Grabstein — hat Wochen Zeit.
Bei der Sammelkremierung werden mehrere Tiere gemeinsam eingeäschert. Die Asche wird nicht zurückgegeben und in der Regel auf dem Gelände des Krematoriums beigesetzt. Bei der Einzelkremierung kommt die Asche zurück.
Wer die Asche möchte, muss das ausdrücklich sagen. Es wird nicht immer von selbst gefragt, und rückgängig zu machen ist diese Entscheidung nicht.
Wer sie nicht möchte, versäumt nichts. Sehr viele Menschen entscheiden sich dagegen und trauern deshalb keinen Tag weniger.
Was die Praxis übernimmt
Wenn ein Tier in der Praxis stirbt, kann es dort bleiben und wird an ein Tierkrematorium oder — bei der einfachsten Variante — an die Tierkörperbeseitigung übergeben. Letzteres ist die Grundeinstellung, wenn nichts anderes gesagt wird.
Das ist wichtig zu wissen, weil viele Menschen hinterher überrascht sind. Wer etwas anderes möchte, sagt es an diesem Tag. Wer unsicher ist, kann das Tier kühl aufbewahren lassen und am nächsten Tag anrufen — die meisten Praxen ermöglichen das.
Beisetzung im eigenen Garten
Grundsätzlich möglich, aber an Bedingungen geknüpft, und die unterscheiden sich je nach Bundesland und Kommune. Die üblichen Punkte:
- Es muss das eigene Grundstück sein, nicht ein gemietetes.
- Nicht in einem Wasserschutzgebiet und mit Abstand zu öffentlichen Wegen.
- Ausreichende Tiefe, meist mindestens fünfzig Zentimeter Erde über dem Tier.
- Keine anzeigepflichtige Tierseuche.
- Keine Kunststoffhülle. Ein Tuch oder eine Kiste aus unbehandeltem Holz.
Verbindlich Auskunft geben Veterinäramt oder Ordnungsamt der Gemeinde, und ein Anruf dort dauert fünf Minuten. Für Asche gelten die Regeln in den meisten Fällen ohnehin nicht — sie ist rechtlich anders gestellt als ein Tierkörper.
Der praktische Einwand kommt später: Wer umzieht, lässt das Grab zurück. Das wiegt für manche schwer und für andere gar nicht, aber es sollte vorher einmal gedacht worden sein.
Tierfriedhof
Es gibt sie in fast jeder Region, meist privat betrieben, mit Grabstellen auf Zeit und laufenden Gebühren. Der Vorteil ist ein Ort, den man aufsuchen kann und der nicht zum eigenen Haus gehört.
Das ist für manche Menschen entscheidend: ein Ziel zu haben, zu dem man fährt. Andere brauchen genau das nicht, weil ihr Ort ohnehin der Weg im Wald ist.
Was viele mit der Asche machen
- Sie bleibt in der Urne, an einem Platz im Haus.
- Sie wird an dem Ort verstreut oder vergraben, der zum Tier gehört — dort, wo es gern war, oft unter einem Baum oder einer Staude, die dafür gepflanzt wird.
- Ein Teil bleibt, der Rest geht. Das ist häufiger, als man denkt, und für Haushalte mit unterschiedlichen Bedürfnissen oft die einzige Lösung.
- Ein kleiner Teil in einem Anhänger oder einem Erinnerungsstück.
Es gibt hier keine falsche Entscheidung. Die einzige, die Menschen bereuen, ist die, die sie im Behandlungszimmer getroffen haben, ohne zu wissen, dass es eine war.
Der Zeitpunkt
Die Asche kommt meist nach ein bis drei Wochen zurück. Für viele Familien ist genau das der Moment, an dem der Abschied stattfindet — nicht am Todestag, sondern dann, wenn etwas zurückkommt und einen Platz braucht.
Das ist eine gute Reihenfolge. Am Todestag kann kaum jemand etwas gestalten. Drei Wochen später schon.
